Thema

E-ID, swiyu und digitale Nachweise im Gemeindekontext

Mit der Einführung der elektronischen Identität (E-ID) in der swiyu Wallet sollen sich Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz künftig sicher, schnell und unkompliziert digital ausweisen können. In der swiyu Wallet können neben der E-ID auch weitere digitale Nachweise gespeichert und vorgewiesen werden.

Beschreibung

Der Bund stellt mit swiyu ein digitales Portemonnaie (Wallet) und die dazugehörige Vertrauensinfrastruktur für digitale Nachweise zur Verfügung. Die swiyu Wallet dient dazu, digitale Nachweise auf dem Smartphone zu empfangen, zu speichern und vorzuweisen. Die swiyu Vertrauensinfrastruktur des Bundes ermöglicht es Behörden und anderen Organisationen, solche Nachweise sicher auszustellen und zu überprüfen. 

Mit dem Pilotprojekt Elektronischer Lernfahrausweis (eLFA) steht bereits heute ein digitaler Nachweis schweizweit zur Verfügung. Künftig werden weitere Nachweise, darunter auch die E-ID, hinzukommen. 

Mit der E-ID können Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz ihre Identität sowohl online als auch vor Ort elektronisch nachweisen. Der Bezug und die Nutzung der E-ID sind für die Bevölkerung freiwillig. Die reguläre Inbetriebnahme der Vertrauensinfrastruktur ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Der definitive Einführungstermin der E-ID ist derzeit noch offen. 

Die E-ID und andere digitale Nachweise

Ein digitaler Nachweis ist ein elektronischer, verschlüsselt gesicherter Nachweis, der Informationen zu einer Person enthält, die von einer zuständigen staatlichen oder privaten Stelle bestätigt wurden. Die E-ID ist ebenfalls ein solcher digitaler Nachweis. 

Sobald die E-ID schweizweit in Betrieb geht, kann jede Person, die einen gültigen Schweizer Ausweis (ID, Pass oder Ausländerausweis) besitzt, eine E-ID beantragen. Dafür muss die swiyu Wallet des Bundes auf dem persönlichen Smartphone installiert werden. Für die Identitätsprüfung zum Erhalt der E-ID sind derzeit zwei Optionen vorgesehen:

- Online: Die Identitätsprüfung soll online über eine Videoidentifizierung und das Vorhalten eines gültigen Ausweises möglich sein.

- Vor Ort: Die Identitätsprüfung soll, wie bei der Bestellung einer ID oder eines Passes, in einem Passbüro oder bei einer anderen zuständigen Stelle möglich sein.

Nach erfolgreicher Identifizierung wird die E-ID in der swiyu Wallet bereitgestellt. Mit der E-ID in der swiyu Wallet kann sich die Inhaberin oder der Inhaber der E-ID online und vor Ort ausweisen. Für die einfache Überprüfung der E-ID vor Ort, beispielsweise an einem Schalter, kann die vom Bund zur Verfügung gestellte swiyu Check App verwendet werden. Daneben sind auch technische Integrationen in bestehende Systeme möglich.

Neben der E-ID können auch weitere digitale Nachweise wie der elektronische Lernfahrausweis in der swiyu Wallet hinterlegt und online oder vor Ort vorgewiesen werden. Gemeinden und Städte können auch eigene digitale Nachweise ausstellen, beispielsweise einen digitalen Einwohnerausweis. Damit eröffnen sich Einsatzbereiche wie vergünstigte Eintritte in Sport- und Kulturanlagen oder Vergünstigungen bei lokalen Partnerbetrieben. Solche Anwendungsfälle können bereits heute in der swiyu Sandbox erprobt werden.

Das ändert sich für Gemeinden und Städte

Das E-ID-Gesetz verpflichtet Behörden dazu, die E-ID zu akzeptieren, sofern sie beim Vollzug von Bundesrecht eine Identifizierung vornehmen. Diese Akzeptanzpflicht gilt somit auch für Gemeinden und Städte, wenn sie entsprechende Aufgaben des Bundesrechts vollziehen und dabei eine Identifizierung vornehmen. Welche Prozesse und Systeme genau von dieser Pflicht betroffen sind, wird im Rahmen der egovpartner Umsetzungshilfe erarbeitet. 

Der Betrieb der swiyu Vertrauensinfrastruktur liegt in der Verantwortung des Bundes. Dieser stellt auch die swiyu Check App zur Überprüfung der E-ID zur Verfügung. Gemeinden und Städte sind hingegen dafür verantwortlich, in den betroffenen Verwaltungsprozessen die notwendigen organisatorischen und technischen Voraussetzungen für die Überprüfung der E-ID zu schaffen. Dazu gehören je nach Anwendungsfall beispielsweise die Bereitstellung geeigneter Geräte, die Anpassung bestehender Systeme und Schnittstellen sowie die Schulung der Mitarbeitenden. 

Fragen und Antworten im Kontext der E-ID für Gemeinden und Städte sammeln wir unter F&A: E-ID, swiyu und digitale Nachweise. Zudem bietet der Bund unter swiyu für Behörden weitere Informationen zur Überprüfung durch Behörden, zu möglichen Anwendungsfällen der E-ID und zu weiteren digitalen Nachweisen.

AGOV und E-ID

Mit AGOV bietet der Bund einen zentralen Authentifizierungsdienst für digitale Behördendienstleistungen, der auf allen Verwaltungsebenen (Gemeinden, Kantone, Bund) zur Verfügung steht. E-ID und AGOV erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Die E-ID ist ein staatlicher elektronischer Identitätsnachweis, während AGOV als Login- beziehungsweise Authentifizierungsdienst den Zugang zu digitalen Behördendienstleistungen ermöglicht.

Sobald die E-ID verfügbar ist, kann sie in AGOV direkt als Loginfaktor verwendet werden. Die bisherigen Loginfaktoren – die AGOV access App und FIDO-Sicherheitsschlüssel – bleiben weiterhin verfügbar. Nutzerinnen und Nutzer können damit selbst entscheiden, welchen Loginfaktor sie für AGOV verwenden möchten.

Für Behörden, die AGOV bereits einsetzen, ist somit kein separater E-ID-Anschluss an ihre Online-Anwendung notwendig: AGOV vermittelt die E-ID gegenüber der angeschlossenen Behördenanwendung.

Partizipation

Die Entwicklung der E-ID und der Vertrauensinfrastruktur ist partizipativ ausgestaltet, unter anderem durch regelmässige Partizipationsmeetings, die Entwicklung von Open Source Code und die Bereitstellung der swiyu Sandbox, in der Organisationen und interessierte Personen die Lösung ausprobieren können: Warum Partizipation (admin.ch).

Ziel

Die Gemeinden und Städte im Kanton Zürich kennen die E-ID, swiyu und digitale Nachweise und wissen, was sich für sie mit ihrer Einführung ändern wird.